Ich muss gestehen, ich bin ein bisschen verliebt! Und zwar in den Oman
und mein momentanes Leben hier. Sicherlich schimpfe ich viel über mein College, die Studenten, und ein paar verrückte Männer, aber im Großen und Ganzen geht es mir fantastisch und ich genieße mein Leben in vollen Zügen.
Gestern habe ich hier meinen Geburtstag gefeiert:
Das Oman Dive Center. Ein Privatstrand vor traumhafter Kulisse. “Privat” bedeutet in diesem Fall, dass man Eintritt bezahlt und dafür unbehelligt im Bikini an der alkoholausschenkenden Strandbar sitzen kann …und das alles nicht im Urlaub, sondern 20 Minuten Fahrt von meiner Haustür entfernt. Ich hatte zu einem entspannten Strand-Trink-Feier-Nachmittag mit offenem Abendplan eingeladen. Es war in gewisser Weise ein Experiment, da ich zwar alles sehr nette Freunde habe, aber aus sehr unterschiedlichen Gruppen, die sich kaum kennen: Die Wüstenjungs, die Prinzen, die Kollegen, die Bekannten, die Reiter, die Architekten, die Wochenendabenteurer, die Partytiere. Die Trinker und Nichttrinker, die Beter und Nichtbeter, die Atheisten und (Papier-)Christen. Und so kamen sie und es war eine harmonisch nette Mischung an Leuten, die perfekt funktioniert hat. Dänemark, Jordanien, Kanada, Goa, Philippinen, Deutschland, Schweiz, Iran, Frankreich und natürlich der Oman waren vertreten und ich wusste, ich bin in meinem Element. Der Abend endete spontan bei einer Afterparty in der WG von zwei Omanijungs. Der eine ist DJ, der andere Pilot. Für Omanis in meinem Alter eine eher ungewöhnliche Art des Zusammenlebens, aber ich habe mich wie zu Hause gefühlt und so ging es allen anderen auch. Vor vier Uhr ist niemand nach Hause gegangen, und ich bin sehr zufrieden und erfüllt in mein 35. Lebensjahr gekommen.
Das Wochenende zuvor hatte ich Besuch von guten Freunden aus Dubai, die beide letztes Jahr in Muscat gelebt haben und es war eine wunderbare Reunion.
Das Wochenende zuvor war ich mit ein paar Wüstenjungs erst auf einer Wüstenchallenge, soll heißen, jedes Team à 5 Autos bekommt ein paar GPS Koordinaten und muss das Ziel mit der geringstmöglichen Kilometeranzahl erreichen, Zeit spielt hierbei keine Rolle. Danach gings wegen der Hitze raus aus den Dünen und zum Zelten an diese Klippen
dann durch Wadis und Berge
und zu einem Stausee.
Nächstes WoE fahre ich nach Dubai, die Woche darauf mit Freunden, die eine Motorjacht haben, zum Bootfahren und Inselcampen, danach zu einem Rockfestival in die Berge….Beinahe jedes Wochenende ist wie ein Mini- (Reise-)abenteuer und ich könnte mir für mich nichts besseres vorstellen. Und die Wochentage sind nach wie vor mit Reiten, Freunden und Weggehen vollkommen ausgefüllt.
Meine Studenten sind zur Zeit ebenfalls relativ pflegeleicht und versuchen ihren Charme, da es bald an die Endprüfungen geht. Ein paar ganz wagemutige Jungs fangen an, ein bisschen zu flirten und bringen mich herzlich zum Lachen, obwohl ich das wohl eher nicht durchgehen lassen sollte:
Deutschstunde: Sie lernen Adjektive, die Personen beschreiben, u.a. auch das Wort “hübsch”. Ein wirklich aufgeweckter und attraktiver junger Mann, springt auf und reißt theatralisch die Arme in die Luft und ruft: “Frau, you are sooooooo hübsch!” Zur absoluten Freude meiner Klasse werde ich sogar ein bisschen rot.
Ein anderer Student treibt mich in der letzten Unterrichtsstunde des Tages in den Wahnsinn. Er hört nicht auf zu summen und zu reden. Ich behalte ihn daraufhin für ein “ernstes Gespräch” nach der Stunde da. Er lässt meine Tirade über sich ergehen, von der ich weiß, dass er nur einen minimalen Bruchteil versteht. Seine Reaktion: “Miss, I love when you get so angry!” Das Gespräch habe ich daraufhin für beendet erklärt. Aber nach wie vor kommt keiner an meinen Yousuf “Me lovely you, Miss Lovely!” heran.
Danke, Oman, für diese schöne Zeit! Hoffentlich hält das Hoch noch eine Weile an.

























































