Verliebt!

Ich muss gestehen, ich bin ein bisschen verliebt! Und zwar in den Oman

und mein momentanes Leben hier. Sicherlich schimpfe ich viel über mein College, die Studenten, und ein paar verrückte Männer, aber im Großen und Ganzen geht es mir fantastisch und ich genieße mein Leben in vollen Zügen.

Gestern habe ich hier meinen Geburtstag gefeiert:

          

Das Oman Dive Center. Ein Privatstrand vor traumhafter Kulisse. “Privat” bedeutet in diesem Fall, dass man Eintritt bezahlt und dafür unbehelligt im Bikini an der alkoholausschenkenden Strandbar sitzen kann …und das alles nicht im Urlaub, sondern 20 Minuten Fahrt von meiner Haustür entfernt.                                                                      Ich hatte zu einem entspannten Strand-Trink-Feier-Nachmittag mit offenem Abendplan eingeladen. Es war in gewisser Weise ein Experiment, da ich zwar alles sehr nette Freunde habe, aber aus sehr unterschiedlichen Gruppen, die sich kaum kennen: Die Wüstenjungs, die Prinzen, die Kollegen, die Bekannten, die Reiter, die Architekten, die Wochenendabenteurer, die Partytiere. Die Trinker und Nichttrinker, die Beter und Nichtbeter, die Atheisten und (Papier-)Christen.                                                                   Und so kamen sie und es war eine harmonisch nette Mischung an Leuten, die perfekt funktioniert hat. Dänemark, Jordanien, Kanada, Goa, Philippinen, Deutschland, Schweiz, Iran, Frankreich und natürlich der Oman waren vertreten und ich wusste, ich bin in meinem Element. Der Abend endete spontan bei einer Afterparty in der WG von zwei Omanijungs. Der eine ist DJ, der andere Pilot. Für Omanis in meinem Alter eine eher ungewöhnliche Art des Zusammenlebens, aber ich habe mich wie zu Hause gefühlt und so ging es allen anderen auch. Vor vier Uhr ist niemand nach Hause gegangen, und ich bin sehr zufrieden und erfüllt in mein 35. Lebensjahr gekommen.

Das Wochenende zuvor hatte ich Besuch von guten Freunden aus Dubai, die beide letztes Jahr in Muscat gelebt haben und es war eine wunderbare Reunion.

Das Wochenende zuvor war ich mit ein paar Wüstenjungs erst auf einer Wüstenchallenge, soll heißen, jedes Team à 5 Autos bekommt ein paar GPS Koordinaten und muss das Ziel mit der geringstmöglichen Kilometeranzahl erreichen, Zeit spielt hierbei keine Rolle. Danach gings wegen der Hitze raus aus den Dünen und zum Zelten an diese Klippen

dann durch Wadis und Berge

und zu einem Stausee.

Nächstes WoE fahre ich nach Dubai, die Woche darauf mit Freunden, die eine Motorjacht haben, zum Bootfahren und Inselcampen, danach zu einem Rockfestival in die Berge….Beinahe jedes Wochenende ist wie ein Mini- (Reise-)abenteuer und ich könnte mir für mich nichts besseres vorstellen. Und die Wochentage sind nach wie vor mit Reiten, Freunden und Weggehen vollkommen ausgefüllt.

Meine Studenten sind zur Zeit ebenfalls relativ pflegeleicht und versuchen ihren Charme, da es bald an die Endprüfungen geht. Ein paar ganz wagemutige Jungs fangen an, ein bisschen zu flirten und bringen mich herzlich zum Lachen, obwohl ich das wohl eher nicht durchgehen lassen sollte:

Deutschstunde: Sie lernen Adjektive, die Personen beschreiben, u.a. auch das Wort “hübsch”. Ein wirklich aufgeweckter und attraktiver junger Mann, springt auf und reißt theatralisch die Arme in die Luft und ruft: “Frau, you are sooooooo hübsch!” Zur absoluten Freude meiner Klasse werde ich sogar ein bisschen rot.

Ein anderer Student treibt mich in der letzten Unterrichtsstunde des Tages in den Wahnsinn. Er hört nicht auf zu summen und zu reden. Ich behalte ihn daraufhin für ein “ernstes Gespräch” nach der Stunde da. Er lässt meine Tirade über sich ergehen, von der ich weiß, dass er nur einen minimalen Bruchteil versteht. Seine Reaktion: “Miss, I love when you get so angry!” Das Gespräch habe ich daraufhin für beendet erklärt.                                           Aber nach wie vor kommt keiner an meinen Yousuf “Me lovely you, Miss Lovely!” heran.

Danke, Oman, für diese schöne Zeit! Hoffentlich hält das Hoch noch eine Weile an.

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Der Schlafzimmerstudent

Der Schlafzimmerstudent ist der Schwager vom Rennkamel (s. Artikel “Brautpreis in Kamelen”). Ein Kollege von mir hat den Kontakt hergestellt. Wir treffen uns in der Nähe meiner Uni, um die wesentlichen Eckdaten für privaten Englischunterricht zu besprechen. Er ist ein Ex – H.E. (His Excellency), da er sechs Jahre als Vizebotschafter für den Oman in Australien war. Sein gesprochenes Englisch ist gut, aber Grammatikkenntnisse und Schrift sind noch verbesserungswürdig. Er macht gerade sein PhD und ist hochmotiviert, sich zu verbessern. Für mich eine willkommene Abwechslung zu meinen jungen “Alltagsstudenten”. Wir werden uns schnell einig und vereinbaren, dass ich am nächsten Tag nach meiner Arbeit zu ihm komme und wir mit dem Unterricht beginnen.

Er ist geschieden und wohnt in einem etwas heruntergekommenen Wohnhaus weit hinter dem Flughafen. Ich klingele an der Wohnung Nr 23. Stille. Schritte nähern sich und er öffnet mir die Tür. Weihrauchschwaden schlagen mir entgegen ein. Dieser Geruch ist so typisch für Oman, nur ich kann ihn absolut nicht ertragen, was er natürlich nicht wissen kann. Mein Student hat die gesamte Wohnung eingenebelt. Allerdings untypisch ist, dass er lediglich mit einem weißen Tshirt und nur dem wizar, dem (weißen) Wickeltuch, das die Männer unter ihrer Dishdasha tragen, bekleidet ist.

Die Wohnung ist klein und nicht sehr liebevoll eingerichtet, eher die Kategorie “temporary housing”. Er bittet mich, ihm ins Schlafzimmer zu folgen, in dem neben einem großen gemachten Doppelbett ein Plastiktisch und zwei wackelige Stühle stehen. Wir nehmen Platz und ich packe mein mitgebrachtes Material aus. Er bietet mir ein Glas Wein an, welches ich ablehne. Es ist 15.30, ich komme direkt vom College und bin zum Unterrichten gekommen. A sitzt genau 10 cm zu nah an mir dran und ich frage mich, wie ich wieder heil und ohne Peinlichkeiten aus diesem Schlafzimmer komme. Nach 90 Minuten klappe ich erleichtert meine Unterlagen zu. Er drückt mir das Geld in die Hand. Ich sehe sofort, dass es weniger als ausgemacht ist (eine Stunde sind bei mir 60 Minuten und nicht 90), aber ich habe es so eilig aus dieser beklemmenden und immer noch verräucherten Wohnung herauszukommen, dass ich es kommentarlos einstecke. Der Schlafzimmerstudent will noch einen weiteren Termin ausmachen, aber ich bin schon auf der Treppe und rufe “Call me!” über die Schulter. Hierher werde ich mit Sicherheit nicht zurückkommen.

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Brautpreis in Kamelen?

Er besteht darauf mich abzuholen, obwohl das für ihn bedeutet, zweimal durch die Stadt zu fahren. Zur verabredeten Zeit komme ich aus meinem Haus, er wartet bereits in seinem Auto im Dunkeln verborgen. Er sieht mich zuerst und tritt aus dem Schatten auf mich zu, drückt mir die Hand, komplimentiert mein Aussehen. Er sieht mich zum ersten Mal in Ausgeh-Stadtkleidung und nicht im Wüstenlook. Er drückt mir den Schlüssel zu seinem Zweisitzer-Sportwagen in die Hand – “you drive”. Die Scheiben sind so dunkel getönt, dass im Innenraum tiefe Nacht herrscht, und die Lichter der anderen Autos lediglich wie schwache Energiesparlampen aussehen. Ich weiß nicht genau, wohin es geht. Er dirigiert mich zum neu gebauten Expressway, auf dem noch keine Radargeräte aufgebaut sind. Der Wagen reagiert auf den leichtesten Druck aufs Gaspedal. Ich soll in den 6. Gang schalten und fahren wie in Deutschland – das ewige Synonym für volle Kraft voraus. Ich teste, was in dem Wagen steckt. Kein automatisches Piepsen bei 120 kmh stört und da der Tacho nur Meilen anzeigt, kann ich so schnell meine wirkliche Geschwindigkeit gar nicht ermitteln.  Dennoch, ich fühle mich sicher – mein Beifahrer ist Polizist. Auf seine Aufforderung hin, fahren wir zickzack über die 3 Fahrbahnen verteilt, da die anderen seiner Meinung nach, nicht schnell genug ausweichen. Wahrscheinlich sehen sie mich auch nur als Energiessparlampe anrauschen und können nicht ahnen, dass wir deutsche Autobahn spielen. Der ein oder andere wird auf mich fluchen, denn ich fahre genau so, wie all die rücksichtslosen Einheimischen, die ich täglich auf den Mond schießen möchte. Aber, sehen kann mich keiner und vor der Polizei habe ich ausnahmsweise keine Angst. Beinahe würde mich interessieren, wie sie reagieren würden, wenn ich die vollkommen undurchsichtige Fensterscheibe herunterlassen würde.

Wir sind am Ziel. Eine wunderschöne Anlage direkt am Meer, und nur für Mitglieder (und deren Gäste) zugänglich. Wir setzen uns draußen an einen Tisch. Mein Begleiter zückt seine Mitgliedskarte und bestellt auf arabisch.  Für mich kommen gleich vier Bier auf einmal. Ich nehme das zum Anlass, den Autoschlüssel zu ihm zu schieben. Wir kennen uns aus der Wüste und das eigentlich schon sehr lange. Zu einem Treffen außerhalb des Sandes war es bisher noch nicht gekommen. Er kommt aus einem Beduinendorf und ich sehe ihn heute Abend zum ersten Mal Alkohol trinken. Für die meisten ist die Wüste dafür weit genug vom Alltag und der Familie entfernt, für ihn nicht. Der Familienname ist für ihn und seinen Clan heilig – er darf unter keinen Umständen beschmutzt werden. Ich sehe es als Vertrauensbeweis an, dass er mit mir trinkt, schließlich kennen wir dieselben Leute. Ich erfahre, dass er 38 und geschieden ist. Sein einziger Sohn ist 11 und “darf” noch bei der Mutter sein. Laut Gesetz gehören die Kinder in dieser Kultur automatisch zum Vater. Ein Grund mehr, warum sich viele Frauen nicht scheiden lassen – sie verlieren ihre Kinder. Unsere Unterhaltung kreist um das Thema Ehe, Kultur, Kinder. Er hat etwas Zeit im Ausland verbracht und ist ein offener, ehrlicher Mann.

Als der Älteste von acht Geschwistern, deren Vater schon früh gestorben ist, trägt er viel Verantwortung für seine Familie. Wir sprechen über meine Familie, die weit entfernt ist, und die eines Tages auf Enkelkinder wartet. Er nickt seine Zustimmung, und fragt lässig nebenbei, ob ich zufällig wüsste, wie viele Kamele mein Vater für mich verlangen würde. Ich trinke einen Schluck Bier und überlege, ob ich die Frage falsch verstanden habe. Rein zufällig habe ich keine Ahnung, wie mein Brautpreis in Kamelwährung aussieht, aber ich frage dennoch “Rennkamele?” “Well, no, any camel.” Ich verspreche nachzufragen.

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Gemütlichkeit

Das Lehrwerk “Schritte International” wurde vielleicht für ein internationales Studentenklientel geschrieben, aber sicherlich nicht für die muslimische Welt. Manche möchten bei dem Wort “Alkohol” oder “Schwein” am liebsten wegrennen und sich die Ohren waschen, so “haram” ist für sie allein der Gedanke an diese Sündenprodukte.

Lektion 9 fängt wie jedes Kapitel mit einer Bilder-Hör-geschichte an, in der die Grammatik und Vokabeln in einem kulturellen Kontext eingeführt werden. Seit Anfang des Buches sind die Studenten mit den Charakteren vertraut. In diesem Fall trägt die Geschichte den unverfänglichen Titel “Gemütlichkeit” und es geht darum, dass Timo, ein Finne, zu Besuch in München ist. Meine Studenten können “Gemütlichkeit” weder lesen, noch aussprechen, geschweige denn die original bayerische Bedeutung verstehen. Nicht nur ich tue mich mit der Erklärung schwer, sondern auch diejenigen, die Timo auf der Straße befragt. Ein Einheimischer schickt ihn in seiner Verzweiflung  zur Touristeninformation am Marienplatz.

Der 2. Mann ist um einiges origineller, kann aber nicht ahnen, in welche Schwierigkeiten er mich bringt! Er rät Timo ins Hofbräuhaus zu gehen, um dort die original bayerische Gemütlichkeit zu finden. Timo macht sich auf den Weg, im Hintergrund spielt “In München steht ein Hofbräuhaus” und ein Passant grölt “I prosit, I prosit der Gemütlichkeit”.  Ich drücke auf Pause und verfluche mich selbst, denn ich hatte mir lediglich zur Vorbereitung die Bilder angesehen, aber die Geschichte nie angehört. Meine Studenten schauen mich ratlos an, und ich bereue, dass ich ihnen vorher auch noch stolz erzählt hatte, dass München “meine Stadt” ist. Wenig hilft es dann, dass ich in der nächsten Sequenz das Oktoberfest erklären muss. Mein Gehirn schlägt Purzelbäume zu den so vertrauten Trinkliedern, und katapultiert mich sofort zu einer kühlen Maß an einen schunkeligen,  gröligen Biertisch. Mein Mund redet weiter, ich höre mich Worte wie Volksfest, familenfreundlich und Tradition sagen. Die schwarzen Abayastudentinnen und weißen Dishdashastudenten, die brav voneinander getrennt mir gegenüber sitzen und mich ansehen, verstehen gar nichts mehr. Ich höre auf zu reden, es ist ruhig im Klassenzimmer, eine Studentin nippt an ihrer Teetasse – beinahe gemütlich.

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Bericht 14 aus dem Oman, März 2012 – Von der Unattraktivität von Strickvereinen

Von der Unattraktivität von Strickvereinen

Während ich entspannt mit Laptop im Strandcafé sitze und die letzten winterschönen Tage in der Sonne genieße, stelle ich mir vor, wie entspannt mein Leben hier immer verlaufen könnte, wenn ich zum Beispiel aktives Mitglied in einem Strickverein wäre. Ich wäre beschäftigt, ich könnte mein erschwingliches Hobby das ganze Jahr über ausüben, ich bräuchte niemanden, der mich begleitet und ich wäre unabhängig, da ich sicherlich  mein eigenes Strickzeug hätte. Meine Gesellschaft wäre hauptsächlich weiblich und ich könnte ohne Angst davor wirklich angerufen zu werden, meine Telefonnummer verteilen.   Aber – es wäre so unglaublich langweilig!

Um mein Abenteuergen zufrieden zu stellen, brauche ich die  Jungs und noch viel mehr ihr Spielzeug. In meinem konkreten Fall sind das momentan Autos, Pferde, Boote und Fluggeräte. Und so bewege ich mich bei egal welchem Hobby nicht innerhalb der sicheren Wände des Strickvereins, sondern als Frau allein in der arabischen Männerwelt. “Flucht” und “Spaß” gehen daher in meinem Leben gern Hand in Hand.

Die letzten Monate war ich sehr outdooraktiv. Die Wüste übt ihre magische Anziehungskraft weiter ungebrochen stark auf mich aus – und so verbringe ich bei jeder Gelegenheit meine Wochenenden dort.

Das bedeutet jedes Mal 1000km Fahrt für zwei Tage in den Dünen. Inzwischen beherrsche ich das Fahren und bin beinahe süchtig nach größer, stärker, schneller schwieriger. Die Fahrzeugbesitzer lassen mich ihre getuneten Spielzeuge fahren, ich habe Spaß und sie sind stolz – die anderen neidisch! Mein momentanes Lieblingsgefährt ist ein 500PS, V6 Wrangler Rennjeep. Der Motor röhrt so laut, dass man unter der Fahrt kaum ein Wort miteinander sprechen kann, aber dafür kommt man jede Düne aus dem Stand senkrecht hoch.

Abdullah hat alles aus diesem Auto ausgebaut, was nur ansatzweise Gewicht hat (Türen, Fenster, Verkleidung,…) und so wiegt das Auto nur knapp 1000kg. Dazu ein Satz Riesenreifen und voilá, der Spaß kann beginnen! Zunächst habe ich das Gefühl, dass der Jeep mich fährt und nicht umgekehrt, aber da Besitzer und Mechaniker in einem neben mir auf dem Beifahrersitz sitzen, fasse ich schnell Vertrauen und das Blatt wendet sich.

Letztes Wochenende sind wir mit dem Powerpaket zum Dünenrennen gefahren (er war Teilnehmer, nicht ich), aber ich durfte in jeder rennfreien Minute üben und war als einzige Frau, umgeben von einigen hundert Männern sicherlich eine genauso große Attraktion. Die Männer gehen alle grundsätzlich davon aus, dass Frauen nicht fahren können, zumindest nicht in der Wüste und daher muss ich wohl den Satz “you look like a woman but you don’t drive like one!” als Kompliment auffassen.  Ein besonders ausgeprägtes innerliches Grinsen breitet sich in meiner Magengegend aus, wenn ich mit “meinem” Powerjeep  steckengebliebene Jungs aus dem Sand befreien darf/muss.

Anders als bei den Wüstendurchquerungen, geht es bei den Rennen darum eine steile Düne möglichst weit hoch zu kommen. Weniger ist hier auf jeden Fall mehr!

Meist schafft man es nicht ganz und muss dann rückwärts wieder runter. Fährt man zu langsam und bremst zu stark, sinkt man im Sand ein, fährt man zu schnell, überschlägt man sich (zum Glück ist das Verletzungsrisiko relativ gering, wenn man angeschnallt ist, da man keine hohe Geschwindigkeit hat).

Abdullah, der Rennfahrer, der ganz gut Englisch kann, hatte mir am Morgen stolz erzählt, dass er fürs BBQ nach dem Rennen eine Kuh gekauft hat. Offensichtlich war sie nicht bei uns im Kofferraum und als mir beim Gedanken an leckere Steaks der Magen knurrte, habe ich ihn gefragt, wie das denn so sei mit der Kuh. “You want to see?” und er läuft mit mir zu einem schwarzen Jeep. Ich staune nicht schlecht, als er in den Wagen reinzeigt und ich statt eingepackten Steaks einer lebenden Ziege ins Auge schaue.

Nach dem Rennen setzen wir uns oben auf eine 100m hohe Düne, machen Feuer und grillen die inzwischen geschlachtete Ziege. Sheikh Sowieso gesellt sich mit einer ganzen Musikertruppe zu uns, der obligatorische Sitzteppich wird ausgerollt. Der Alkohol fließt, die Shisha geht rum. Ein paar Männer erheben sich und tanzen auf dem Teppich vor den trommelnden und Aud (omanische Gitarre) spielenden Musikern. Selbst der greise Scheich lässt es sich nicht nehmen, strumpfsockig die Hüften zu schwingen und die Hände elegant über seinem Kopf kreisen zu lassen. Immer wieder bin ich bei diesen men only Runden überrascht, wie graziös und feminin die Männer sich bewegen (können). Ich vergesse immer wieder, dass sie ja außer wenn sie zu Hause sind, nur unter ihresgleichen sind. Ohne dass es auch nur ansatzweise etwas Schwules hat, nehmen einige Männer automatisch die Frauenrolle ein. So kommt es zu diesen Tanzbewegungen, Umarmungen, Händchen halten und Getuschel.

Mit einem Stück Ziege in der einen Hand und dem Shishaschlauch in der anderen, schaue ich mich in der Runde um und frage mich zum xten Mal, wie ich in eine mir so fremde Welt geraten konnte, die so anders ist, als alles was ich jemals erlebt und vor allem mir auch von hier und den Leuten erwartet hatte. Der krasse Gegensatz zwischen der männerdominierten arabischen Machowelt und dieser Rollenverteilung überrascht mich immer wieder. Obwohl ich eine Frau bin, darf ich dabei sein. Man räumt mir irgendwo  zwischen “Nicht Mann-nicht Frau – unverständlicher Westen – und doch ganz cool” eine Art Sonderstatus ein. Denn wenn die Jungs mich nicht gerade für ihren Harem anwerben, oder meinen, mit einem genuschelten “I love you” hätten sie sich eine Freikarte verdient, sind sie unglaublich entspannt, großzügig, respektvoll und feierfreudig. Momentan ist das mein Leben und ich möchte es eigentlich nicht missen.

Eine weitere Errungenschaft meiner Wüstenbekanntschaften ist der “Flying man”. Saif betreibt als Hobby Paramotoring. Das ist wie Gleitschirmfliegen nur noch mit einem Motor auf dem Rücken.

Als ich Saif zum ersten Mal damit fliegen sah, wusste ich, dass das Hobbypotenzial für mich hat.

Er nahm mich mit zum Üben und obwohl es leider nicht ganz so einfach ist, wie ich es mir erhofft hatte, möchte ich dranbleiben. Saif hat es sich zur Mission gemacht, mir das Paramotoring beizubringen und mich zur ersten Frau zu machen, die im Oman fliegt.  Leider ist er auch sonst so sehr von mir begeistert, dass er mich mit Telefonaten, Sms und Emails belagert und da ich weiterem Trainingseinheiten zunächst skpetisch gegenüber stand, wollte er mich mit den schönen Worten “you fulfill all the requirements to learn to fly: you have health and beauty!” , von meinem “Talent” überzeugen…nice try! Trotzdem, der Köder ist gelegt, ich will die erste Frau werden, die im Oman fliegt! Bis dahin werde ich allerdings noch viel üben müssen. Das Beherrschen des gigantischen Schirms in Koordination mit einem 40kg Propeller auf dem Rücken erfordert Kraft und Können.

                           

Bis Anfang April habe ich  Zeit, mich zu entscheiden, ob ich zum Semesterende meine Koffer packe. Fakt ist, dass mir die Unterrichterei hier ziemlich auf den Keks geht (und das liegt an Management und Studenten), aber ich mich frage, wo auf der Welt ich bitte einen ähnlichen und für mich so maßgeschneiderten Abenteuer-/Freizeitausgleich finden werde. Reiten, Segeln, Schwimmen, Tauchen, Meer, Berge, Strand und inzwischen sogar Opernbesuche gehören alle mit zum package.

Meiner Fotografierlust konnte ich im Februar beim alljährlichen Muscat-Festival ausleben. Für 30 Tage wird unter anderem ein heritage village aufgebaut, in dem jeden Abend ein anderes omanisches Dorf oder eine Region im Mittelpunkt stehen. Die Einheimischen kommen in ihren traditionellen, meist sehr bunten Kleidern, und zeigen ihr Handwerk/Kunst/Essen/Musik/Tanz etc. Ein eindrucksvolles Erlebnis und ein wahres Fotografier-Paradies.

Hier ein paar Bilder, mehr sind unter dem link:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150549984296314.371934.620696313&type=1&l=27fbd49e58

          

                                

          

Bald mehr, euch allen einen guten Start in den Frühling :-)

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Crossing the Sharqiya Desert from Badiyah to Ras Al Ruiz, Oman

Sand, everywhere sand!

Crossing the Sharqiya Desert from Badiyah to Ras Al Ruiz, Oman

Nothing but sand – everywhere you look and everywhere you feel! There is not an inch of my body that is not covered in the fine powder or one part of our 4WD that does not resemble a sandbox.

Fortunately, my Omani friend and I knew what we were getting ourselves into as we head off from Muscat on a Wednesday afternoon in a 3.8l Mitsubishi Pajero. His car has been especially equipped with steel bumpers that cannot break and an electric winch that can easily pull out anyone who gets stuck in the soft dunes.

Our destination for the first night of this weekend crossing is Badiyah, one of the entry points into the Wahiba Sands also known as the Sharqiya Desert. A mere three-hour drive from the capital, 12,500 square kilometers of sand await anyone who dares to enter.

We are only two passengers but the back of our car is full with gear for three days of driving and two nights of camping: Jerry cans with extra fuel, various tools, a coolbox filled with ice and drinks, tents, mats, sleeping bags, water containers, our bags and cameras.

However, we are not the only ones headed for the big adventure playground. At the meeting point at Al Raha Camp there are about 75 4WDs. The place is buzzing with drivers comparing cars and chatting about the challenges that lie ahead. Due to the summer heat, there had been a five-month desertbreak and everyone out here now is keen to get back into the dunes.

The adventure travel company “The Guide Oman” organized this expedition. The team registers everyone and hands out walkie-talkies, as there is no cellphone reception in the desert. The kitchen crew will disappoint anyone who thought they might shed a few pounds this weekend. For every meal they set up a mouth-watering buffet consisting of shuwa, curries, dhal, fish, meats, cooked vegetables, salads and fresh fruit.

 

A team of sweepers also makes sure no one gets left behind in the dunes and for those who prefer a WC to nature, there is even a toilet truck.

The participants are a mix of expats, tourists and to a large extent Omanis. It’s especially the locals who bring their modified 4x4s and one can only guess the amount of money they have put into their desert toys. Some of the Omanis belong to the upper end of society, but in the desert everyone is equal and lends a helping hand. All men have replaced their traditional dishdashas with the more practical shorts and t-shirts.

After deflating the tires the group sets off into the night covering the first 80 kilometers to the campsite under the stars.

It is almost full moon but you can only see as far as your headlights shine and the dust kicked up by the cars in front of you.

By the time we reach, it is almost midnight. The campsite is the open desert, so everyone can set up their home for the night anywhere they choose. Some opt to be closer to the kitchen and the action, others who seek more privacy will find a spot a bit further away.

The camp never really settles down as some continue to drink and make music and there are latecomers arriving throughout the night. It’s not until the next morning at breakfast that you see where you are and get to meet all the members of the desert family.

 

After a briefing by the leader and some advice for first timers on how to drive in the soft sand, the real adventure starts.

An unimaginable force, similar to taking off in an airplane, pushes me into the back of my seat. Above me I can see nothing but blue sky. Adrenalin is pumping through my veins, as neither I nor my copilot can see where the track continues. For all we know, there might be a steep descent on the other side of the dune or a deep ditch or just a narrow rim. The powerful engine is howling and sand is spraying in all directions.

Only when the front tires regain contact with the ground, do I have a split second to react and bring the car back under my control while continuing to accelerate in order to avoid sinking into the soft sand and getting stuck.

 

Soon the rescue teams have got their hands full digging the heavy 4WDs out of the sand. A few men hasten to prevent a yellow car from flipping and rolling down the dune by tying it to another car with a towrope.

Anyone will help to pull out cars, change tires that have burst or come off the rim, or fix anything from exhausts to clutches to wires.

        

Overcoming these challenges is part of the fun, even though the sun is starting to beat down mercilessly and the sand is getting so hot, that you need to wear shoes or thick socks to protect yourself.

The landscape is ever-changing, from desert highway in the beginning to soft and high dunes.

You never know what lies beyond the next mountain of sand, you only follow the tracks of the car in front, knowing that in an hour’s time they will have disappeared without a trace as the wind swirls the sand and erases all evidence. By the time we reach Ras al Ruiz the desert will turn into beach and the coast will be lined with sand cliffs.

Around lunchtime we take a break from driving and digging. While the tired drivers desperately seek refuge from the sun under tarps that they fix between cars, the kitchen crew is busy preparing and setting up lunch. But for some it is too hot to eat anything but fresh fruits or salad.

Fortified, we resume driving until sunset and then settle down for our second and last night of camping.

 

Careful to avoid camping too close to any bushes or patches of grass, where snakes, scorpions and all sorts of creepy crawlies might have chosen to hide, my friend and I set up our tents on a high dune just above the kitchen. I step away from the hustle and bustle and soak in the stunning view of the stars, the tranquility, the peace. It takes just a few steps of stumbling over the uneven ground and all sounds are swallowed up by darkness. I feel completely removed from everything: The city, stress, work, civilization. A real break from everyday madness.

The next morning I wake up early. I peer out of my tent and can barely make out our car that is parked next to us. The early morning mist is so thick, that I feel like I am the only person out here.

But it doesn’t take long for the sun to break through and the group to gather around the buffet.

By 9am everyone is packed and ready to go. A few more hours of dunebashing lie ahead before we reach the Arabian Sea and can cool off in the clear water. This will feel like bliss.

What a refreshing way to end the crossing before we head back to Muscat on the now rather boring tarmac.

 

Alhumdulilah, no one got injured on this tour, except for a young man who got stung by a scorpion and had to be taken to hospital. However, some cars were not quite as lucky. Torn clutches, burst tires, scratches and dents, cracked bumpers and broken radiators are just some of the common breakages. And yet, these patients will return for another round of fun and adventure as soon as they have been patched up.

More Info:

Desert Crossings with „The Guide Oman”

www.theguideoman.com

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Bericht 13 aus Oman, Alhamdulilah, November 2011

Die Balkontür ist offen, angenehm frische, sand- und staubfreie Luft strömt herein, und ich genieße den freien Blick auf die Berge…Das Wetter hatte in letzter Zeit verrückt gespielt, es gab heftigen Regen, gefolgt von Überschwemmungen und Sturzfluten, und einem Sandsturm. So etwas hatte ich noch nie erlebt: innerhalb von Sekunden konnte man ausschließlich vor lauter Sandkörnern in der Luft nichts mehr sehen, der Verkehr kam zum Erliegen und ich war innerhalb kürzester Zeit trotz Kleidung am ganzen Körper versandet.

        

Trotzdem geht es mir ehrlich gesagt ziemlich gut: Soeben gehen fünf sehr entspannte Feiertage zu Ende und ich bin unverhofft ausgeschlafen und unverkatert wie schon seit vielen Wochen nicht mehr. Mein Leben, von  dem ich vor dem Sommer noch nicht wusste, wie es sich hier entwickeln würde, hat sich nach dem zu erwartenden Ramadan-Loch wieder voll und ganz “eingelebt”. So sehr ich auch die Mehrzahl meiner Studenten und mit ihnen die gesamte Organisation für die ich arbeite, an den meisten Tagen verfluchen mag, so sehr erlauben genau diese Leute mir, ein wirklich schönes Leben zu führen. Was sind da schon ein paar Stunden Frust am Tag, wenn ich meine Freizeit (bis vor Kurzem) sorglos entweder im Chedi (leider, leider sind diese Zeiten seit einigen Tagen vorbei – ein halbes Jahr bin ich mit unverhofftem Prinzessinnen-Treatment dort ein – und ausgegangen, bis ein Angestellter durch die simple Frage, welche Berechtigung ich eigentlich habe, dort zu sein, meiner geliebten täglichen Routine ein jähes Ende bereitet hat)

                            

                            

oder beim Reiten,

in der Wüste,

          

         

mit Besuch (der mich mit heimatlichen “Schweinereien” reichlich beschenkt :-) )

oder seit Neuestem sogar wieder beim Segeln verbringen kann – und das alles meist noch mit überaus netten Leuten?

Grund zur Beschwerde und zum Böse schauen

kann ich natürlich immer leicht finden – allein der Gedanke in ein paar Stunden vor einer besonders unbegabten und arroganten Gruppe Studenten stehen zu müssen, wäre ein solcher Grund – aber ich bemühe mich, mich davon nicht mehr aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. (Leider mussten wir auf “Anordnung von oben” den Versuch, die Studenten hiermit

vom Lehrerzimmer fern zu halten, abbrechen!)

Ich mache den Fernseher an und vor allem auf Al Jazeera hört die Berichterstattung über den Arabischen Frühling nicht auf, manchmal kann ich es kaum ertragen, zuzusehen, wie die Todeszahlen jeden Tag steigen – “nur” weil Menschen Freiheit und Demokratie wollen  - ein Grundrecht, das ich (in meiner Welt) als vollkommen gegeben und selbstverständlich ansehe und für das keiner zu sterben braucht.  Meine ägyptischen Kolleginnen schlafen kaum noch aus Sorge um ihre Familien in Cairo und jeder, der aus einem der Nachbarländer hierher gekommen ist, hat seine eigene Geschichte von entweder Gewalt, Unterdrückung und/oder Verfolgung zu erzählen.  Das führt mir tatsächlich immer wieder vor Augen, wie glücklich ich mich schätzen kann – und nur weil ein paar Studenten nicht ganz so bei der Sache sind, wie ich mir das in einer idealen Welt vorstelle, genieße ich lieber das Leben, solange es so gut zu mir ist.

Oman ist nach wie vor ein sicheres Pflaster, doch auch hier wächst die Sorge darüber, wie sich die Lage im Iran weiterentwickeln wird. Oman hat sich stets bemüht zu allen Nachbarn sowie den USA und dem Westen ein gutes Verhältnis zu halten, aber keiner möchte sich ausmalen, was passieren würde, wenn die USA den Nachbarn angreifen sollten. Anlässlich des 41. Nationalfeiertages hat der Blogger “Linoleumsurfer” zwei Einträge verfasst: der erste: 10 Dinge worauf der Oman stolz sein kann, denn in seiner   kurzen Geschichte hat das Land bzw. der Sultan einiges vollbracht:

http://thelinoleumsurfer.blogspot.com/2011/11/dear-sultan-qaboos-1-things-to-make-you.html

und zweitens ein paar Kritikpunkte, die erstaunlicherweise immer noch online sind, da Kritik am Land und dem Sultan streng verboten ist- das allein ist schon bemerkenswert. Wen es interessiert, schnell hier nachlesen:

http://thelinoleumsurfer.blogspot.com/2011/11/dear-sultan-qaboos-2-things-to-be.html

Die 2. Jahreshälfte im Oman ist grundsätzlich mit unzähligen Feiertagen gesegnet und so auch momentan: drei Tage frei zum 41. National Day. Kurz war ich in Versuchung, meinen Rucksack zu packen, aber die Vorstellung, ein paar Tage in Ruhe in Muscat bei endlich perfektem Wetter zu genießen, schien mir als die geeignetere Lösung – vor allem da meine letzte Reise noch keine zwei Wochen zurückliegt. Mitte November bin ich über die Eid al Adha Feiertage mit Miki in den Norden von Südafrika geflogen, wo wir uns einen Traum erfüllt haben: eine Woche Safari zu Pferd! Allein dieses Erlebnis wäre einen eigenen Bericht wert.  Auf einer Fläche von 400km² angrenzend an den Krüger Nationalpark, haben Gerti und Philip ein Big Five – Game Reservat. 40 top ausgebildete und vertrauensvolle Pferde tragen uns sieben Stunden täglich durch den afrikanischen Busch. Unser Guide hat eine geladene Pistole am Gürtel und eine lassoähnliche Lederpeitsche dabei und gibt uns von der ersten Minute an, ein Gefühl der Sicherheit- ein Mann , dem Frau vertrauen kann, denn er kann jede Spur lesen, findet jedes noch so verborgene Tier und weiß genau, wie nah er uns an die Löwen, Geparden und Elefanten heran reiten lassen kann. Kein Geländewagen schützt uns, wir sitzen auf unseren Pferden, deren Ohren in voller Aufmerksamkeit nach vorn gerichtet sind und deren Körper sich anfühlen, wie eine gespannte Sprungfeder. So sehr es mir Herzklopfen und Adrenalinräusche beschert auf nur wenige Meter an die wilden Tiere heranzureiten, so hat mich mein Pferd – obwohl ein Fluchttier – kein einziges Mal im Stich gelassen, auch wenn es sich kurz erschreckt hat, so hat es doch immer auf mich, den Reiter, gehört und allein das ist in solchen Situationen unglaublich und zeugt von der exzellenten Ausbildung und Pflege, die diese Tiere erhalten. Aber um Nichtreiter nicht weiter mit Pferdegeschichten zu langweilen, lasse ich lieber ein Bilder für sich sprechen.

         

       

        

     

Auf meiner “Things I’ve done- Liste” hat sich dieses Erlebnis auf jeden Fall einen der Topplätze gesichert! Mehr Bilder unter:https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150362892071314.347779.620696313&type=1&l=d24046a8bf

Von der Segelei habe ich leider keine Bilder, aber ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass ich auf dem Wasser wieder ganz in meinem Element bin. Ein Kollege hatte mich eingeladen, ein paar Mal mit auf einem Hobie-Cat, einem 16 Fuß (ca. 5m) langen Katamaran mitzusegeln und es war genial. Viel Wind, warmes Wasser und wir beide hingen draußen im “wire”, einem Art Klettergurt-Trapez. Das sieht dann ungefähr so aus:

Wir flogen übers Meer, in den Sonnenuntergang hinein, die Wellen brachen über uns herein, aber da das Wasser wärmer ist als die Luft hat es uns nichts ausgemacht. Noch nicht ganz so elegant will mir das rausgehen aufs wire und wieder reinkommen gelingen. So bin ich sowohl abgerutscht, ins Meer gefallen und hab mich an so vielen Stellen gestoßen und blaue Flecken geholt, dass ich mich am nächsten Tag kaum ins Chedi getraut habe, da ich wie ein Opfer häuslicher Gewalt aussah. Spaß hat es dennoch gemacht und ein Rennen sind wir zusammen auch schon gesegelt. Dafür, dass ich nicht wirklich weiß, was ich tue, sind wir 5.  von 13 Teams geworden – hätte durchaus schlechter sein können! Schade, dass mein “Segelfreund Richard” das nicht sehen konnte!

Für alle, die überlegen mal einen Abstecher hierher zu machen, der Reiseführer Lonely Planet hat Muscat nach London zur #2 der Top 10 cities to visit in 2012 gekürt…und LP lügt angeblich nie ;-http://www.lonelyplanet.com/england/london/travel-tips-and-articles/76861

Bis bald hoffe ich und wünsche Euch allen eine schöne Adventszeit!

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